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Negative Gedanken aktivieren den Schmerzkörper und verursachen Schmerzen

  • Autorenbild: Anja Kanitz
    Anja Kanitz
  • vor 13 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Wir alle kennen das Gefühl: Nach einer belastenden Situation treten plötzlich Verspannungen, Kopfschmerzen oder andere körperliche Beschwerden auf. Das ist kein Zufall. Negative Gedanken können Stress auslösen, den Körper in Alarmbereitschaft versetzen und dadurch Schmerzen verstärken oder sogar hervorrufen.


Dabei spielt der sogenannte Schmerzkörper eine wichtige Rolle. Er besteht aus angesammelten emotionalen Belastungen, unverarbeiteten Erfahrungen und negativen Gefühlen. Wird er durch bestimmte Gedanken, Erinnerungen oder Situationen aktiviert, entsteht oft ein Kreislauf aus Grübeln, emotionalem Leid und körperlicher Anspannung. Die Folge können Unruhe, Erschöpfung und tatsächliche Schmerzen sein.


Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, helfen drei einfache Schritte:


1. Gedankenschleifen erkennen

Der erste Schritt besteht darin, die immer wiederkehrenden Gedanken bewusst wahrzunehmen. Typische Beispiele sind Sorgen über die Zukunft, Selbstzweifel oder das ständige Wiederholen vergangener Ereignisse. Solange diese Gedanken unbewusst ablaufen, nähren sie den Schmerzkörper. Allein die Erkenntnis „Ich denke diesen Gedanken schon wieder“ schafft bereits Abstand und Bewusstheit.


2. Gedanken und Gefühle benennen

Anschließend sollte benannt werden, was gerade vorhanden ist. Statt sich von den Gedanken mitreißen zu lassen, kann man sich sagen: „Das ist Angst“, „Das ist Wut“ oder „Das ist Grübeln“. Auch körperliche Reaktionen können benannt werden: „Ich spüre Anspannung in meinen Schultern“ oder „Da ist Druck in meiner Brust“. Durch das Benennen wird aus einer unbewussten Reaktion etwas Beobachtbares.


3. Die Aufmerksamkeit in die Gegenwart lenken

Negative Gedankenschleifen beschäftigen sich meist mit der Vergangenheit oder der Zukunft. Deshalb ist es hilfreich, bewusst ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Der Fokus kann auf den Atem, den Körper oder die unmittelbare Umgebung gerichtet werden. Gleichzeitig kann die Aufmerksamkeit auf Lösungen, Möglichkeiten oder Dinge gelenkt werden, für die man dankbar ist. Dadurch verliert der Schmerzkörper seine Energiequelle.


Fazit

Negative Gedanken sind nicht nur ein psychisches Problem. Sie können emotionale Belastungen aktivieren und sich direkt auf den Körper auswirken. Wer lernt, Gedankenschleifen zu erkennen, Gefühle bewusst zu benennen und seine Aufmerksamkeit in die Gegenwart zu lenken, kann den Kreislauf aus negativem Denken, Schmerzkörper und körperlichen Beschwerden wirksam unterbrechen. Oft beginnt Veränderung mit einem einzigen bewussten Gedanken.


Zum Abschluss erinnert mich dieses Thema an die berühmte Brückenszene aus dem Film "Die Ritter der Kokosnuss". Die Ritter wollen eigentlich nur eine Brücke überqueren, geraten jedoch in eine absurde Kette von Fragen und Antworten. Was einfach beginnt, wird immer komplizierter, bis einige schließlich an ihren eigenen Gedankengängen scheitern. Genauso funktionieren negative Gedankenschleifen. Aus einem einzigen Gedanken entstehen immer neue Sorgen, Befürchtungen und Geschichten, bis wir uns in unserem eigenen Verstand verlieren. Vielleicht liegt die Lösung manchmal nicht darin, noch mehr nachzudenken, sondern einfach einen Schritt zurückzutreten, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen und die Brücke des Lebens weiterzugehen.


Vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet diese Brückenszene in meiner Erinnerung blieb. Auch in unserem Gehirn gibt es eine Brücke zwischen den beiden Hemisphären (die sogenannte Pons). Während eine Seite analysiert, bewertet und ständig neue Fragen stellt, erinnert uns die andere daran, das Leben unmittelbar zu erfahren. Manchmal stehen wir wie die Ritter vor der Brücke des Todes und glauben, jede Frage beantworten zu müssen. Doch der Weg in die Freiheit liegt nicht immer im Denken. Manchmal genügt es, die Brücke zu überqueren.

 
 
 

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