Wie du deinen heiligen Raum erschaffst und hältst - eine Praxisübung


Kennst du das Gefühl, im Alltag wie ein Schwamm zu wirken? Du gehst vor die Tür, triffst Menschen und nimmst ungefiltert deren Stimmungen, Sorgen und unbewusste Energien auf. Ehe du dich versiehst, hast du deine eigene Mitte verloren. Als feinfühlige Menschen neigen wir dazu, uns dann entweder komplett hinter einer harten Mauer zu verschließen oder im Außen zu ertrinken. Beides nimmt uns die Kraft und schneidet uns vom echten Leben ab.
Da ich tagtäglich für eine große Anzahl an Menschen da bin und arbeite, werde ich in meinen Beratungen und Gesprächen verständlicherweise ständig gefragt, wie ich es bei dieser enormen Verantwortung und der täglichen Arbeit mit Menschen, die Hilfe und Unterstützung suchen, überhaupt schaffe, so felsenfest in meiner eigenen Kraft zu bleiben. Das ist zum größten Teil natürlich meine innere Haltung, mein Wesen und meine Neutralität und zum anderen Teil auch eine energetische Hygiene.
Um diese Frage also nicht mehr ununterbrochen jedem Einzelnen neu beantworten zu müssen (hier bitte ein kurzes, liebevolles Schmunzeln eurerseits), habe ich mich entschieden, meine persönliche Methode endlich gesammelt in diesem Blog niederzuschreiben. So steht sie für euch alle dauerhaft als praktisches Werkzeug bereit.
Diese Praxis, die ich jeden Morgen und jeden Abend anwende, ist mein absolut unerschütterlicher energetischer Anker. Sie hilft mir, ganz bei mir zu bleiben, mich im Alltag geschützt zu bewegen und dennoch durchlässig, offen und liebend für die Welt zu sein. Alles, was du dafür brauchst, ist deine Vorstellungskraft, ein paar Minuten Stille und ein uraltes, kosmisches Symbol.
Schritt 1: Das Einnorden und Zentrieren (Die Praxis)
Stelle oder setze dich entspannt hin, schließe die Augen und richte dich innerlich aus:
Imaginäre, dass dein Gesicht nach Norden zeigt.
Hinter dir ist der Süden.
Rechts von dir ist der Osten.
Links von dir ist der Westen.
Du stehst nun quasi wie auf einem Kompass. Verbinde dich jetzt nach unten mit der Erde und nach oben mit dem Kosmos.
Gehe nun ganz nach innen in deine Mitte. Von diesem inneren Punkt aus dehnst du dich jetzt nach außen aus und lasse eine Sphäre/Kugel um dich herum entstehen. Dehne sie soweit aus, wie es sich für dich richtig anfühlt.
Warum wir das tun: Die tiefere Bedeutung der Richtungen
Wenn du dich ausrichtest, nimmst du nicht nur eine geografische Position ein – du verbindest dich mit den archetypischen Urkräften des Lebens. Jede Richtung hält eine spezifische Medizin für dich bereit:
Der Norden (Vor dir) – Der Fokus und die Vision: Er steht für Klarheit, Winter und tiefe Weisheit. Da dein Gesicht nach Norden zeigt, blickst du direkt in deine Zukunft und deine höchste Vision. Er schenkt dir den klaren Fokus für den Tag.
Der Süden (Hinter dir) – Deine Urkraft und das Urvertrauen: Er ist die Richtung der Sonne, des Sommers und der Lebensfreude. Dass der Süden hinter dir liegt, bedeutet, dass er dir den Rücken stärkt. Du lehnst dich psychologisch in diese nährende Kraft zurück.
Der Osten (Zu deiner Rechten) – Der Neubeginn und die Inspiration: Im Osten geht die Sonne auf. Er steht für den Frühling, frische Ideen und den klaren Geist. Zu deiner rechten, aktiven und gebenden Seite empfängst du hier die Inspiration.
Der Westen (Zu deiner Linken) – Das Loslassen und die Transformation: Im Westen geht die Sonne unter. Er ist die Richtung des Herbstes, des Elements Wasser und der tiefen Gefühle. Zu deiner linken, empfangenden Seite unterstützt er dich dabei, Altes loszulassen.
Mutter Erde (Unter dir) – Die Erdung und die Manifestation: Deine Wurzeln nach unten schenken dir Stabilität, Urvertrauen und die Fähigkeit, deine Kraft in die physische Realität zu bringen.
Der Kosmos (Über dir) – Die Führung und das große Ganze: Die Verbindung nach oben öffnet deine Intuition und deine Anbindung an die universelle Liebe und Führung.
Schritt 2: Der kosmische Shift – Die Perspektive des Adlers
Jetzt wechseln wir die Perspektive. Löse dein Bewusstsein für einen Moment von deinem physischen Körper und schaue von ganz weit oben auf dich herab.
Aus dieser Vogelperspektive siehst du dich von oben: Dein Kopf ist ein präziser, leuchtender Punkt. Die schützende Sphäre um dich herum bildet einen perfekten Kreis. Du blickst direkt auf ein uraltes kosmisches Symbol: Der Punkt im Kreis (⊙).
In der Alchemie und Astrologie ist dies das Zeichen für die Sonne – für dein wahres Selbst, deine Lebenskraft und deine unantastbare Essenz. Der Punkt bist du: zentriert, unerschütterlich und klar. Der Kreis ist deine Grenze: dein heiliger Schutzraum, der wie ein feines Sieb alles filtert und abhält, was nicht zu dir gehört, während das Gute hineinfließen darf.
Die Magie der Wiederholung: Dein energetischer Knopfdruck
Wenn du diese Praxis regelmäßig morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafen zelebrierst, passiert etwas Wundervolles: Dein Nervensystem und dein Energiefeld lernen den Weg.
Nach einiger Zeit der Praxis musst du die Schritte nicht mehr einzeln durchgehen. Mitten im Alltagsstress, in einem schwierigen Gespräch oder in einer lauten Menschenmenge reicht ein einziger, bewusster Gedanke an das Symbol „Punkt im Kreis“ – und dein System erinnert sich sofort. Der heilige Raum baut sich in Sekundenschnelle um dich herum auf.
Du musst dich nicht mehr verschließen oder dein Herz blockieren, um dich zu schützen. Du bist einfach das unerschütterliche Zentrum in deinem eigenen Kreis. Sicher, durchlässig und tief verankert.
Probierst du es morgen direkt aus? Ich freue mich auf deine Erfahrungen in den Kommentaren!
© 2026 systemichealing – Anja Kanitz



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